Die Anzahl der Insolvenzen von Logistikdienstleistern in Deutschland ist seit 2024 um fast 20 % angestiegen – ein Wert, der erstmals seit 2012 wieder bei über 1.000 Insolvenzen pro Jahr liegt. Dabei handelt es sich nicht nur um kleine Speditionen, sondern auch um mittelständische Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern und etabliertem Kundenstamm.
Noch alarmierender ist die Entwicklung bei den typischen Kunden der Logistikbranche: Hier stiegen die Insolvenzen von Handels- und Produktionskunden – also jenen, die Logistikdienstleistungen beauftragen – um deutlich mehr als 20 %. Besonders betroffen sind:
Zwei Beispiele: Im ersten Quartal 2025 ging der Online-Möbelhändler *WohnLux* insolvent – ein Kunde von drei regionalen Speditionen und einem nationalen Expressdienstleister. Die Logistikpartner hatten bereits Monate vor der Insolvenz Zahlungsverzögerungen erlebt. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurden die Logistikverträge gekündigt. Ein weiteres Beispiel aus 2024: Der Textileinzelhändler Esprit meldete Insolvenz an und schloss im Folgenden alle seine Geschäfte. Dementsprechend verlor auch das noch nicht lange zuvor in Betrieb genommene Logistikzentrum seine Daseinsberechtigung, wurde geschlossen und die aufwändige Logistiktechnik zum Schrottpreis veräußert.
In der Logistikbranche findet eine strukturelle Bereinigung statt. Die Branche wächst nicht mehr durch Expansion, sondern durch Effizienz. Wer weiterhin ausschließlich „auf Vertrauen“ arbeitet, wird scheitern. Wer Risiken ernst nimmt, sich professionalisiert und strategisch denkt, wird überleben – und sogar stärker aus dieser Phase hervorgehen.